Carl Zeller - Der Operettenkomponist aus dem Herzen des Mostviertels

Die Thomasnacht

Das Carl Zeller-Jubiläumsjahr fand seinen krö­nenden Abschluss mit einer Uraufführung. Zuletzt vor über hundert Jahren auf­geführt, wurde Carl Zellers Liederspiel "Die Thomasnacht" am 12. November 2017 im Schloss St. Peter in der Au mit neuen Text wieder zum Leben erweckt. Der Mostviertler Literat Herbert Pauli schrieb unter dem Untertitel "Martin, Soldat und Bischof" eine neue zeitgemäße Textfassung rund um den hl. Martin.

Handlung

Der in Savaria in der römischen Provinz Pannonien, dem heutigen Ungarn, als Sohn eines römischen Militärtribuns geborene Martin verbrachte seine Jugend in Pavia, der Heimat seines Vaters in Oberitalien. Dort kommt er erstmals mit dem Christentum in Berührung. Als Sohn eines römischen Offiziers ist Martin gesetzlich zum Militärdienst verpflichtet. Er beugt sich sich widerwillig dem Gebot seines Vaters und wird im Alter von 15 Jahren zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. eingezogen. Während der seiner Teilnahme an den Kämpfen in Gallien vertieft sich sein christlicher Glaube. An einem Wintertag begegnet er einem armen, unbekleideten Mann. In einer barmherzigen Tat teilt Martin seinen Mantel mit dem Schwert und gibt dem Armen eine Hälfte. In der darauffolgenden Nacht erscheint ihm im Traum Jesus Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, den er dem Bettler gegeben hatte. Martin fühlt sich nun als Soldat Christi und bittet um seine Entlassung aus dem römischen Heer.

Im Alter von 36 Jahren wird Martin von Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, getauft. Nachdem er einige Zeit bei Hilarius gelernt hat, zieht er sich als Einsiedler auf die Insel Gallinara bei Genua zurück. Es folgen ihm aber bald so viele Anhänger, sodass er dieses Leben wieder aufgeben muss. Martin reist nach Pannonien und bekehrt seine Mutter zum christlichen Glauben. Anschließend errichtet er in Gallien das erste Kloster des Abendlandes, die Abtei de Ligugé und später in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier. In Tours wird Martin zum Bischof geweiht und wird zum Bindeglied zwischen Rom und dem Frankenreich. Er stellt als asketischer Mönch das spätantike Ideal eines christlichen Bischofs und Priesters dar. Als Nothelfer und Wundertäter wird Martin in der gesamten Touraine bekannt und verehrt.

Besetzung

Martin ... Michael Wagner (Bass)

Bettler ... Ernst Auer (Tenor)

Männerchor (Soldaten, Volk und Bischöfe) ... Die Orgelpfeifen, NÖ Lehrerquartett und D'Urltaler Sängerrunde

Klavier ... Yuri Pranzl

Textneufassung ... Herbert Pauli

Musikalische Gesamtleitung: Prof. Edgar Wolf

Das Carl Zeller-Archiv hat für diese Erst- und Uraufführung das gesamte Notenmaterial in digitaler Form neu erstellt. Die Aufführung wird für das Carl Zeller-Museum und -Archiv als Audio- und Videoaufnahme mitgeschnitten.