Carl Zeller-Museum St.Peter/Au
Carl Wolfgang Zeller und der Männergesangverein St.Peter/Au
Der Gemeindearzt von St.Peter/Au und Chormeister des Männergesangverein Dr. Karl Wittwar erfährt um 1920 durch einen Kriegskameraden von Carl Wolfgang Zeller, dass dessen Vater, der Komponist Carl Zeller in St.Peter/Au geboren ist. Im Juli 1927 wird am Geburtshaus von Carl Zeller in St.Peter/Au vom Männergesangverein zum 25. Vereinsjubiläum bei einer Zeller-Feier unter der Leitung von Dr. Karl Wittwar zum 85. Geburtstag des Komponisten eine Gedenktafel enthüllt. Carl Zellers Frau Anna Zeller, sowie sein Sohn Carl Wolfgang Zeller mit seiner Frau Hermine und einige Verwandte aus Baden bei Wien sind bei der Feier anwesend.
Carl Zeller-Gedenkraum
Anfang der 1930er-Jahre schenkt der Sohn Carl Zellers dem Männergesangverein wertvolle Notenhandschriften und andere Sachen aus dem Nachlass seines Vaters, darunter Klavier-Partituren der Operetten "Der Vogelhändler" und "Der Obersteiger". Es entsteht bald die Idee diese Sachen in einem eigenen Zeller-Museum der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mitte der 1930er-Jahren wird ein kleines Museumszimmer im 1. Stock des Geburtshauses eingerichtet. In einer Vitrine werden die Originalhandschriften ausgestellt. Zu Beginn der 1940er-Jahre wird im Gebäude der Sparkasse St.Peter/Au ein Zeller-Gedenkraum eingerichtet. Darin werden eine vom St.Peterer Bildhauer Kunibert Zinner gestaltete Zeller-Büste und der Zeller-Nachlass ausgestellt. Am 19. Juni 1942 findet zum 100. Geburtstag von Carl Zeller in St.Peter/Au eine Gedächtnisfeier statt. Der Gedenkraum besteht bis 1945. Der Zeller-Nachlass übersteht im 1. Stock des Bezirksgerichtes das Kriegsende. 1947 wird der Männer-gesangverein St.Peter/Au aufgelöst.
Vogelhändler-Brunnen in St.Peter/Au
Als um 1947 der damalige Bezirksrichter den neben der "Richterwohnung" befindlichen Raum beanspruchte, wurde der Nachlass von dem damalige Hauptschuldirektor OSR Emmerich Ruprecht zur Verwahrung übernommen. In der Folge gerät der Zeller-Nachlass in Vergessenheit. Am 26.3.1955 wird der Gesangverein als Gemischter Chor wiedergegründet. Er nennt sich auf Anregung des Bildhauers Kunibert Zinner ab nun Gesangverein Carl Zeller St.Peter/Au. Von einigen Herren wird die Frage aufgeworfen, wo die früher im Carl Zeller-Museum befindlichen Sachen jetzt aufbewahrt werden. Es wird im Chor beschlossen an verschiedene Personen diesbezüglich Anfragen zu richten. Im Oktober 1958 gibt OSR Ruprecht bekannt, dass auf dem Dachboden seines Hauses noch einige Sachen des früheren Zellermuseums stehen, darunter ein Kasten, Bilder und eine Vitrine. 1959 nimmt der Gesangvereinsvorstand mit dem in Baden noch lebenden Sohn unseres Carl Zellers schriftlich Verbindung auf. Dr. Carl Wolfgang Zeller übersendet dem Verein einiges handgeschriebenes Notenmaterial seines Vater. Mitte der 1960er-Jahre stellt sich der Gesangverein Carl Zeller St.Peter/Au wiederum die Frage, was mit diesem bestimmt wertvollen Material geschehen soll. Im Jahr 1967, dem 125. Geburtstag des Komponisten, wird der Zeller-Brunnen am Vogelhändlerplatz vor der Hauptschule errichtet.
Carl Zeller-Museum
Der Gesangvereinsobmann OSR Alois Schmutzer veranstaltet mit dem, von OSR Emmerich Ruprecht aufbewahrten und dem Gesangverein übergebenen, Zeller-Nachlass eine kleine Ausstellung in der Hauptschule. In den 1970er- und 1980er-Jahren ist der Zeller-Nachlass zuerst in der Sparkasse und danach in der Marktgemeinde in Verwahrung. 1983 wird ein Ausschuss zur Errichtung eines Carl Zeller-Museums gegründet. 1991 werden im Zeller-Geburtshaus am Marktplatz einige Räume frei und OSR Alois Schmutzer beginnt darin mit der Erstellung eines Konzeptes für ein Zeller-Museum. Zum 150. Geburtstag des Komponisten finden im Carl Zeller-Jahr 1992 verschiedenen Veranstaltungen (Gala-Abend für Carl Zeller, Sonderpostamt, Ausstellung, Festkonzert) statt. Am 13. Juni 1992 wird das Carl Zeller-Museum feierlich eröffnet.
Carl Zellers Skizzenbücher
Bei eine Inventur des Notenarchives des Gesangverein Carl Zeller St.Peter/Au im Jänner 2001 finden die Vereinsarchivare bisher unbekannte Zeller-Originalhandschriften auf, darunter 2 Skizzenbücher des Komponisten, Jugendkompositionen und eine Klavierpartitur der komischen Oper "Die Fornarina". Auf Anregung von Ing. Thomas Gnedt wird 2002 zum 160. Geburtstag des Komponisten und zum 100 Jahre-Jubiläum des Gesangvereines im Schloss St.Peter/Au eine dreiwöchige Austellung mit Exponaten aus dem Carl Zeller-Museum und den neu aufgefundenen Originalhandschriften gestaltet. Bei den Arbeiten zum Aufbau der Ausstellung werden weitere handschriftliche Noten von Carl Zeller im Notenarchiv des Gesangverein Carl Zeller St.Peter/Au entdeckt, darunter Originalhandschriften von volkstümlichen Lieder und Carl Zellers erste Komposition das Marienlied aus 1855. Am 19. Juni 2002 wird weiters ein Zeller-Konzert mit bekannten und unbekannten Werken des Komponisten in der Carl Zeller-Halle in St.Peter/Au abgehalten. Danach muss das Zeller-Museum in die hinteren Räume des Geburtshauses übersiedeln. OSR Alois Schmutzer gestaltet in den neuen Räumen das Museum völlig neu und ergänzt es mit Materialien aus der Zeller-Ausstellung des Jahres 2002. Am 3. Mai 2006 wird das Carl Zeller-Museum wiedereröffnet.
Carl Zeller-Museum im Schloss St.Peter/Au
Nach 17 Jahren im Carl Zeller-Haus übersiedelt das Museum im September 2009 ins Schloss St.Peter/Au. Im Zuge dieser Übersiedlung wird ein neues und modernes Museumskonzept erarbeitet.
Quellen
Carl Wolfgang Zeller: Mein Vater Carl Zeller, Zu seinem 100. Geburtstag, St.Pölten 1942.
Vereinschroniken des Männergesangverein St. Peter in der Au und des Gesangverein Carl Zeller St.Peter/Au
Carl Zeller-Museum St.Peter/Au
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